Jedes Kind ist WERTVOLL

Der Pausengong ertönt und die Grundschüler der Heilbronner Advent-Schule (ASH) wechseln rasch ihre Hausschuhe gegen Straßenschuhe, schlüpfen in ihre Jacken und laufen an die frische Luft, um gemeinsam Seilhüpfen, Fangen oder Ball zu spielen. Mit geröteten Wangen geht es anschließend wieder zurück in die Klassenzimmer zum gemeinsamen Frühstück. Bei den von zu Hause mitgebrachten Pausenbroten achten Eltern und Kinder darauf, dass die Nahrung gesund ist: Vollkornbrote, Gemüsestückchen, Obst. Einige Jungens und Mädchen haben sogar Schälchen dabei und bereiten sich ein Müsli mit Getreideflocken und Nüssen. In den Klassen steht Wasser zum Trinken bereit. Nach einem kurzen Dankgebet genießen die Kinder ihr Frühstück, um dann gespannt den Geschichten zu lauschen, die während der Pause vorgelesen werden. Vorlesen fördert nachweislich Intelligenz, Lesefreudigkeit und die Motivation zum Selber-Lesen. So werden in den ersten zwölf Lebensjahren Verständnisstrukturen im Gehirn entwickelt, die befähigen, abstrakte Informationen zu verarbeiten. Kinder konzentrieren sich fast mühelos und lernen neue Worte und Formulierungen kennen, wenn sie eine Geschichte fesselt. Die Vorlesezeit ist daher wichtiger Bestandteil des Schulkonzeptes, ebenso wie der montägliche Erzählkreis, in dem die Kinder über ihr Wochenende reden können oder darüber was sie derzeit bewegt.  An jedem Morgen beginnt der Schultag mit einem Stuhlkreis, gemeinsamer Andacht und Gesang. Die Kinder nehmen hier gerne die Gelegenheit war, den Anderen und Gott ihre Sorgen, z. B. um ein krankes Geschwisterkind, vorzutragen. Andere an Freud und Leid teilnehmen zu lassen, schafft eine Atmosphäre des vertrauensvollen Umgangs. Streitigkeiten zwischen Kindern lassen sich auf der Grundlage von freundschaftlicher Annahme leichter lösen. Dies dient auch der charakterlichen und geistlichen Entwicklung des Kindes. Laut WHO ist Gesundheit „ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen“. Wenngleich aus der Entwicklungspsychologie bekannt ist, dass der Begriff „Gesundheit“ für Kinder zu abstrakt ist und sie Gesundheit eher als negative Abgrenzung von Krankheit erleben, sind die psychischen Komponenten des Begriffs Gesundheit, z.B. als „keine Sorgen haben“, auch im Kindesalter schon bedeutsam. Im letzten Unicef Bericht zur Lage der Kinder in Dt. fragte man in der Rubrik „subjektives Wohlbefinden“ nach der Bewältigung des Schulalltages. Hier zeigte sich, dass über 70% der Kinder in Dt. gern in die Schule gehen. Sie gaben an,  in der Schule gut zurechtzukommen. Allerdings haben auch je nach Bundesland 11% bis 17 % das Gefühl, in der Schule nicht mehr klarzukommen. Dies deckt sich mit dem LBS Kinderbarometer 2011, welches jährlich vom PROSOZ Institut für Sozialforschung erhoben wird da hiernach jedes sechste Kind in der Schule ein „negatives Wohlbefinden“ hat. Kinder verbringen einen Großteil ihres Tages in der Schule. Dieses Umfeld hat somit einen deutlich prägenden Einfluss auf die Entwicklung des Kindes und sein Sozialverhalten. Grund genug, dass Eltern ihre „Komfortzone“ verlassen, um ihre Kids in die Heilbronner Oststrasse zu bringen. Teilweise mit erheblichem Aufwand. Die Schüler kommen aus dem ganzen Landkreis und sogar von darüber hinaus. Schulträger der Advent-Schule ist die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, weltweit der zweitgrößte private Bildungsträger mit weit über 20.000 Schulen, Universitäten und anderen Bildungseinrichtungen in über 200 Ländern.Die kleinen Klassen mit maximal 10 Kindern in der ASH ermöglichen es den engagierten Lehrern, individuell auf die Kinder einzugehen. Der jahrgangsübergreifende Unterricht basiert auf dem Bildungsplan des  Landes Baden-Württemberg. Auch ein Schulwechsel ist somit jederzeit möglich. Die Kinder lernen u.a. mit Montessorimaterial an Stationen und auch durch Spiele, dass Lernen Freude bereiteten kann. Positive Emotionen sind ohnehin der beste Nährboden für gute Lernerfolge, das belegt die Hirnforschung. Ebenso spielt an der ASH die Vermittlung von Prinzipien einer gesunden Lebensführung eine Rolle. Um ein gesundes Leben zu führen, sind körperliche, psychische und soziale Faktoren wichtig. Diese umfassende und ganzheitliche Sicht des Menschen fließt integrativ überall in die Gestaltung des Unterrichtes oder sogar der Feriengestaltung ein. Bspw. fand in den Faschingsferien 2012 eine Kinder-Gesundheitswoche mit den lustigen „Ärzten“: Dr. Blubber, Dr. Kohldampf, Dr. Fit, Dr. Ohnesorg, und Co statt. Wissen um Gesundheit wurde hier spielerisch durch Geschichten, Spiele, Sport, gemeinsames Backen und Kochen vermittelt. Wenn man die Anfangsbuchstaben der Themen aneinandersetzt, so entsteht das Wort WERTVOLL. Dies war auch die Botschaft der Woche: Jedes einzelne Kind ist einmalig und unendlich WERTVOLL. 
Dr. Simone Krug